Landeskunde

Politik und Wirtschaft sind, wie überall, auch in Südafrika unumgänglich miteinander verbunden. Mit Ende der Apartheid wurden fast vollständig die Sanktionen gegen Südafrika von Seiten der EU und USA aufgehoben.

Trotz eines Wirtschaftswachstums im Jahr 2003 um 3% zeigt sich Südafrika eher verhalten. Durch politische und gesellschaftliche Probleme, wie hohe Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Korruption, Auswirkungen von HIV/Aids und die Bildungsunterschiede im Land entstehen Spannungen, welche sich auf die wirtschaftliche Situation auswirken. Die Regierung versucht , diesen Spannungen durch eine weitreichende Umverteilungspolitik entgegen zu wirken. Durch das sogenannte Black Empowerment Programm sollen die während der Apartheid benachteiligten Bevölkerungsgruppen (Schwarze, Coloureds, Frauen und Behinderte) unterstützt werden.

Die sogenannte Afrikanische Renaissance geniesst hohes Ansehen in Kultur und Kunst, seit die afrikanische Kultur "wiederentdeckt" wurde. Ziel ist es, sich von alten Strukturen der Apartheid loszusagen und die verschiedenen existierenden Kulturen zu unterstützen und zu stärken.

UBUNTU

Das Wort uBuntu beschreibt eine alte afrikanische Lebensphilosophie und kommt aus den südafrikanischen Bantusprachen. Wörtlich übersetzt heißt es: »Ich bin, weil ihr seid, und ihr seid, weil ich bin« oder anders ausgedrückt: »Ein Mensch ist durch andere Menschen ein Mensch«.

uBuntu umfasst unsere westlichen Begriffe von Menschlichkeit, Nächstenliebe und Gemeinsinn und schreibt vor, dass man seinen Mitmenschen Respekt und Anerkennung zollen muss. Da man Teil eines Ganzen ist, ist es unabdingbar, dass man sich um seine Mitmenschen sorgt. Das Wohlergehen der Gemeinschaft, und damit das eigene Wohlergehen, hängt davon ab.

uBuntu ist moralischer Grundsatz und Überlebensstrategie zugleich. Diese Lebensphilosophie spiegelt sich nicht nur im Alltag der Südafrikaner wieder (wie zum Beispiel dem respektvollen Umgang mit Älteren, Gästen, Passanten), sondern auch im Lauf der südafrikanischen Geschichte.

Südafrika ist eine der wenigen Nationen, in dem 350 Jahre Fremdherrschaft nicht im Blutbad, sondern einem demokratischen Miteinander geendet haben. Statt für Gerichte à la Nürnberger Prozesse entschied man sich nach dem Fall des Apartheidsregimes Anfang der Neunziger für eine »Wahrheits- und Versöhnungskommission«, die Truth and Reconciliation Commission (TRC), in der Straftäter ihre Taten zugaben und um Vergebung baten – und die Opfer verziehen. Die fürchterlichen Menschenrechtsverletzungen, die während der TRC zutage kamen, lösten nicht einen Sturm an Racheakten aus, sondern Trauer, Betroffenheit, Anteilnahme und den Ruf nach nationaler Versöhnung.

Das oberste Prinzip des uBuntu ist, nicht zu richten oder zu bestrafen, sondern die Balance in der Gesellschaft wiederherstellen. Der Versöhnungswille der Südafrikaner und die für Europäer oftmals schwer nachzuvollziehende Toleranz und Bereitschaft, auf Recht und Strafe zu verzichten, haben ihren Ursprung im uBuntu, der südafrikanischen Tradition und Lebensphilosophie, die das Land nicht nur vor einem Bürgerkrieg bewahrt hat, sondern zu dem gemacht hat, was es jetzt ist – einem weitestgehend versöhnten Land, das nach vorne schaut.

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Wissenswertes

Ländername: Republik Südafrika

Hauptstadt: Pretoria (Tshwane)

Größe: 1.223.201 km²

Bevölkerungszahl: ca. 49 Millionen Einwohner

Nachbarländer: Namibia, Botswana, Simbabwe, Moçambique, Swasiland, Lesotho

Klima: Subtropisches Klima

Zeitzone: MEZ +1 Stunde

Währung: 1 Rand = 100 Cents

Sprachen: Afrikaans, Englisch, isiNdebele, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Süd-Sotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga

Religionen: Christentum, Hinduismus, Islam und weitere

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