Das Wasserproblem in Südafrika

Das Grundrecht auf eine ausreichende Wasserversorgung wurde als Bürgerrecht in die Verfassung von Südafrika aufgenommen. Im Jahre 2004 versprach Präsident Mbeki das jeder Haushalt in Südafrika bis 2009 einen eigenen Wasseranschluss haben wird. Im Moment fehlen immer noch Gelder für die Realisierung diese Projekts.
Lange Jahre wurde für den Wasserverbrauch in Südafrika von armen Menschen kein Geld verlangt. Als aber 1994 Gebühren für die Wasserbenutzung erhoben wurden, erkrankten fast 140.000 Menschen in KwaZulu Natal an Cholera. Der Grund: es wurden wieder die alten und unsauberen Brunnen benutzt. Die Regierung erkannte das Problem und stellt mittlerweile eine Ration von 6.000 Liter Trinkwasser im Monat armen Menschen kostenlos zu Verfügung.
In vielen Teilen Südafrikas herrscht Wassernot. Ab 2004 wurde das Wasser sogar rationiert, Sprinkleranlagen für die Gartenbewässerung verboten und Auflagen erstellt.
Viele Wassergewinnungsprojekte warten noch auf ihre Umsetzung. Regenwasser könnte von den Bergen aufgefangen werden, welches normalerweise ins Meer abfliessen würde. Einfache Auffangbecken wären ein weiterer Fortschritt in der Wassergewinnung. Insgesamt fliesst nur 9 % des Regenwassers in Flüsse und Bäche, das übrige Wasser verdunstet oder versickert im Erdreich. Die Nutzung von Grundwasser ist in Südafrika kein besonderes Thema und viele Brunnen haben in den Sommermonaten kein Wasser zur Verfügung.
Die Wasserversorgung in Südafrika hat im Grunde drei Aufgaben zu bewerkstelligen: Wasserversorgung der Bürger, Wasser für die Industrie sowie die Versorgung der Landwirtschaft.
Südafrika hat über 360 Stauseen geschaffen. Die grössten Stauseen sind entlang des Oranje Rivers. In Kapstadt, in der Nähe von Somerset West / Gordon's Bay, ist oberhalb in den Bergen ein grosser Stausee entstanden. Viele kleine Dämme in der Landwirtschaft sorgen dafür, dass die „normalen“ Wasservorräte nicht abgeschöpft werden. Viele landwirtschaftliche Flächen sind auf eine künstliche Bewässerung angewiesen ist. Insgesamt verbraucht allein die Landwirtschaft ca. 50 % des Gesamtverbrauchs. Die Industrie ist besonders bei der Gewinnung von Gold ebenso ein Grossabnehmer von Wasser.
Geht man heute davon aus, dass Südafrika jedes Jahr ca. 8 % mehr an Wasser verbraucht, ist absehbar, dass das Land im Jahr 2060 keine eigenen Reversen mehr besitzt und Wasser importieren muss.




