Landwirtschaft in Südafrika

Das Ministerium für Landwirtschaft, Forst und Fischerei ist verantwortlich für die Produktion und das Ressourcenmanagement, den Handel und wirtschaftliche Weiterentwicklung, Forstwirtschaft, marine Aquakultur, für Lebensmittelkontrollen und Sicherheit bei der Bioproduktion.

Über 8,5 Millionen Menschen sind direkt oder indirekt für Arbeit und Einkommen von der Landwirtschaft abhängig. Die Agrarwirtschaft in Südafrika besteht aus einem gut entwickelten kommerziellen Sektor sowie einem überwiegend für den Eigenbedarf produzierenden Sektor in ländlichen Gebieten. Südafrika ist im Allgemeinen in der Lage, die eigenen Nahrungsmittelanforderungen zu befriedigen.

Ackerbau

Über 12% der Fläche in Südafrika kann für pflanzliche Produktionen verwendet werden. Dabei umfassen nur ca. 22% hochproduktives Ackerland. 1,3 Millionen Hektar werden bewässert, das entspricht ca. 1,5% des Ackerlandes in Südafrika. Aufgrund der geographischen Lage sind einige Teile von Südafrika sehr für Dürren anfällig. Der Hauptgrund für die begrenzten Ackerflächen zum Anbau von landwirtschaftlichen Produkten ist die niedrige Verfügbarkeit von Wasser. Die Niederschläge verteilen sich nur ungleichmäßig über das Land,  nahezu 50% des südafrikanischen Wasser werden daher für landwirtschaftliche Zwecke genutzt.

Das Land kann in unterschiedliche Regionen der Landwirtschaft unterteilt werden, abhängig vom Klima, der natürlichen Vegetation, der Böden und der Art der Landwirtschaft. Landwirtschaftlich Aktivitäten gehen von intensiver Pflanzenproduktion, Ackerbau und Viehzucht in den Winterregen-  und Hochsommerregengebieten bis hin zu Viehzucht in den Buschveld Regionen und Schafhaltung in den mehr trockenen und wasserarmen Regionen.

Wichtige Importprodukte sind Reis, Weizen, Palmöl und unverarbeiteter Tabak. Die größten Exporte verzeichnet Südafrika beim Wein, Zitrusfrüchten, Mais, Trauben, Zucker, Äpfeln, Birnen und Quitten. Weitere wichtige Exportprodukte sind Ethylalkohol, Avocados, Ananas, Datteln, kandierte Früchte und Nüsse, sowie Tierhäute und -felle.

Auch südafrikanische Bio-Bauern produzieren eine Vielzahl an Produkten. Dazu gehören verschiedene Getreide, Gemüse, Wurzeln und Knollen, Kräuter und Gewürze, Früchte, Nüsse und natürlich der Rooibos Tee. Die größte Obstkulturen hinsichtlich der genutzten Fläche sind Bananen, Avocados und Mangos. Bei den Gemüsen sind dies Kürbisse, Tomaten, Spargel, Kohl und Kartoffeln. Auch Bio- Wein und Olivenöl wird angebaut und produziert, in einigen Provinzen wird auch ökologische Milchviehhaltung betrieben.

Monokulturen in der Getreideproduktion, intensive Bodenbearbeitung, sehr kurze bis gar keine Bracheperioden und geringe Änderung der Fruchtabfolge tragen im kommerziellen Sektor zur Verschlechterung der Bodenqualität bei. In den öffentlichen, privaten Bereichen der Landwirtschaft werden übermäßiges Sammeln von Brennholz, ungeeignete Landnutzung, die Bevölkerungsdichte sowie die Überweidung als Hauptursachen für die Verschlechterung der Bodenqualität angesehen. Darüber hinaus wird geschätzt, dass etwa 60% der Ackerflächen bereits mäßig bis stark säurehaltig ist.

Trotz der rückläufigen Entwicklung hinsichtlich des Bruttoinlandsproduktes bleibt die Landwirtschaft weiterhin für die Wirtschaft, die Entwicklung und Stabilität des südlichen Afrika wichtig.

Fischerei

Die südafrikanische Küste hat eine Länge von mehr als 3.200 km und verbindet die Ost-und Westküste Afrikas. An Südafrikas Küsten herrscht ein großes Artenvorkommen, rund 10.000 verschiedene Meerestiere und Pflanzen wurden gezählt. Die Gewässer der Westküste bilden die Grundlage einer Vielzahl von kommerziell nutzbaren Meerestieren, darunter Seehechte, Sardellen, Sardinen, Stöcker, Thunfisch, Snoek, Langusten und Abalone. An der Ostküste bieten auch Tintenfische eine wichtige Grundlage für Nahrung und Lebensunterhalt der Küstenbewohner. Die südafrikanische Fischerei hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, ist mittlerweile ein gut etablierter Sektor und sogar ein Exporteur von Fischereierzeugnissen. Allerdings sind die Gewässer durch extensiven Fischfang bei Arten wie Abalone, Garnelen und Linefish weitgehend überfischt.

Die südafrikanische Küste eröffnet gute Chancen für eine positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Südafrikas kommerzielle Fischerei-Industrie beschäftigt rund 27.000 Menschen, die jährlich mehr als 600.000 Tonnen Fischereiprodukte erwirtschaften. Die steigende Nachfrage nach Fischereierzeugnissen bietet gute Gelegenheiten zur deutlichen Steigerung der Produktion im Bereich der Aquakulturen, allerdings behindern immer wieder Fehlentwicklungen, Umweltverschmutzung und Wilderei den Fortschritt.

Das Land bietet mittlerweile ein gut entwickeltes Fischerei-Management und ist eines der führenden Länder bei der Umsetzung des ökologischen Gedankens im Fischereiwesen. Dabei spielt Südafrika international eine wichtige Rolle in den verschiedenen regionalen Organisationen und Programmen wie der „Benguela Current Kommission“. Das Programm zielt darauf ab, die gerechte und nachhaltige Bewirtschaftung und die effiziente Nutzung der lebenden Ressourcen des Meeres zu fördern.

Auch Wasserbewohner wie Wale, Delfine und Seevögel werden zunehmend als wertvolle Ressourcen für naturnahen Tourismus angesehen. Nicht zuletzt erkennt man dies an den zahlreichen Naturschutzgebieten entlang der Küsten von Südafrika sowie die steigenden Ausgaben für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Tourismussektor.

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Viehzucht

Fast 80% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Südafrika wird in erster Linie für extensive Tierhaltung genutzt. Die Viehwirtschaft trägt bis zu 49% der landwirtschaftlichen Produktion bei. Viehzucht wird auch in anderen Bereichen betrieben, meistens in Kombination mit anderen landwirtschaftlichen Unternehmen. Die Anzahl variiert je nach Wetterlage. Viehzüchter konzentrieren sich hauptsächlich auf die Entwicklung von Rassen, welche gut an die verschiedenen Witterungs-und Umwelteinflüsse angepasst sind. Südafrika erzeugt ca. 85% des benötigten Eigenbedarfs an Fleisch, während die restlichen 15% aus Namibia, Botswana, Swasiland, Australien, Neuseeland und Europa importiert werden müssen. Die Viehwirtschaft ist trotzdem der größte landwirtschaftliche Sektor in Südafrika.

In der Milchwirtschaft sind ca. 3.500 Milchbauern mit rund 980.000 Milchkühen aktiv. Die Milchbauern beschäftigen rund 38.000 Arbeiter, hinzu kommen zusätzliche ca. 40.000 Arbeitnehmer in angrenzenden Bereichen wie der Milchverarbeitung und der Molkereien.

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