Das Botshabelo Freilicht-Museum

Das Freilichtmuseum Botshabelo
Das Freilichtmuseum Botshabelo

Sie finden das Botshabelo Naturreservat und Museumsgelände 12km nördlich von Middelburg, an der Straße nach Groblersdal.

Falls Sie von Johannesburg in Richtung Krüger Nationalpark fahren sollten, ist der Ort über die N4 gut zu erreichen. Fahren Sie von der Autobahn ab in Richtung Middelburg und durchqueren Sie danach die Innenstadt, am Ortsende geht eine Hauptstraße in Richtung Botshabelo. Diese Straße führt Sie ca. 6km geradeaus bis Sie auf der linken Seite den Eingang von Botshabelo sehen. Danach ist es nochmal ca. 6km zum eigentlichen Dorf.

Die Geschichte der Missions-Station Botshabelo

Das Fort Merensky im Botshabelo Freilichtmuseum
Das Fort Merensky im Botshabelo Freilichtmuseum

Im Dezember 1658 kamen zwei junge Berliner Missionare, Alexander Merensky und Heinrich Grützner nach Natal, um die biblische Botschaft unter den Zulus zu verkünden. Zwei Jahre später wurden sie nach Swasiland geschickt. Wegen Schwierigkeiten mit dem dortigen Stammesoberhaupt entschlossen sie sich, eine Missionsstation bei Gerlachshoop im Gebiet des Pedi Häuptlings Kaleo zu gründen. Wegen der vielen Belästigungen zogen die zwei Missionare in die Nähe von Mosega, einem Dorf des Häuptlings Sekwati. Sekvati starb 1861 und sein Sohn Sekukhuui wurde 1864 sein Nachfolger. Dieser hasste Christen und begann, sie in seinem Stamm zu verfolgen. Am 21. Januar 1865 kauften Merensky und Grützner ungefähr 12 km nördlich von Middelburg eine Farm. Sie nannten die Farm Botshabelo, was „Platz der Zukunft“ oder „Freistaat“ bedeutet. Bald sammelten sich die von Sekukhuni verfolgten Christen hier und so entstand eine neue Station der Berliner Missionsgesellschaft.

Als erstes baute Merensky ein Haus für sich und seine Mitarbeiter. Immer mehr Flüchtlinge kamen unter der Führung von Sekukhunis Bruder Johannes Dinkwajane nach Botshabelo.

Aus Bruchsteinen wurde ein Pfarrhaus gebaut. Merensky begann auch mit der Konstruktion einer Schutzburg aus Steinen gegen Angriffe von Sekukhuni, der seinen Bruder wieder unter seine Herrschaft zwingen wollte. Die Burganlage wurde nach dem deutschen Kaiser Wilhelm „Wilhelmveste“ genannt.

Die ursprüngliche Kirche wurde bald zu klein und der Bau einer größeren Kirche wurde notwendig. Man brannte 300.000 Backsteinen und begann mit dem Bau. Die Kirche wurde im März 1868 vollendet und später zu der Kreuzkirche erweitert wie sie noch heute steht. Im Oktober 1871 wurde das Kirchengebäude geweiht.

Die Missionsstation konnte sich mit fast allen selbst versorgen. Die Einwohnerzahl wuchs, im Jahre 1873 zählte die Stationen Botshabelo 1315 Bewohner.

Botshabelo hat einen eigenen Laden, einer von einem Berufsmüller betriebene Mühle, bewässerte Felder, eine Buchdruckerei und eine Schmiede. Eine Schule wurde gebaut. Das erste Schulgebäude ist immer noch als „Technische Schule“ bekannt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine große Schule gebaut, welche bis 1979 als Berufsschule benutzt wurde.

Das Freilichtmuseum der Süd-Ndebele

Traditionelle Hütten im Botshabelo Freilicht-Museum
Traditionelle Hütten im Botshabelo Freilicht-Museum

Das Süd-Ndebele Freilichtmuseum bei Botshabelo zeigt die drei Phasen der architektonischen Entwicklung der Ndebele Hütten. Anfänglich wurden Grashütten gebaut. Charakteristisch für die zweite Phase sind runde Hütten, während in der dritten, heutigen Phase, rechteckige und quadratische Hütten bevorzugt werden. Das hervorstechende Merkmal der Ndebele Kultur sind die reich bemalten Hüttenwände und die mit Perlen geschmückte Kleidung der Frauen.

Hütten werden meistens während der trockenen Wintermonate dekoriert. Sie werden aber auch speziell für besondere Gelegenheiten wie Hochzeiten oder Weihezeremonien verziert. Nicht nur die Konstruktion der Hütten, sondern auch Dekorationsstil und Material wechselte über die Zeiten. Anfangs wurden natürliche Materialien wie Asche und organische Stoffe zum bemalen verwendet. Heute werden jedoch meist kommerzielle Farben benutzt. Traditionelle Ndebele Häuser haben eine kreisförmige, ähnlich einem "Kegel-Zylinder" nachempfundene Form, jedoch sind die meisten heutigen Hütten auf einem rechteckigen Grundriss errichtet und haben flache Dächer. Die heutigen modernen Muster sind auch viel komplizierter als früher und haben große Ähnlichkeit mit den Perlenarbeiten. Der Gebrauch von Glasperlen macht die Kleidung der Ndebele Frauen genauso farbenprächtig wie ihre Behausungen. Die traditionelle Lebensweise der Süd-Ndebele wird heute noch in Botshabelo praktiziert und kann hier studiert werden.

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Das erwartet Sie

Einganstor zum Botshabelo Freilicht-Museum
Einganstor zum Botshabelo Freilicht-Museum
  • ein Naturreservat (1934 eröffnet)
  • Freilichtmuseum: historische Station der Berliner Missionsgesellschaft, Einführung in die Missionsgeschichte
  • Freilichtmuseum: Süd-Ndebele Dorf, Sitten und Gebräuche der Ndebele
  • landwirtschaftliches Museum
  • Drei Wanderwege mit Übernachtungsmöglichkeiten
  • Fort Merensky
  • Wohnwagenpark
  • Souvenirshop
Das Kirchengebäude auf dem Gelände von Botshabelo
Das Kirchengebäude auf dem Gelände von Botshabelo
Hier finden Sie auch Wanderwege mit der Möglichkeit zu übernachten
Hier finden Sie auch Wanderwege mit der Möglichkeit zu übernachten

Botshabelo Natur-Reservat

Öffnungszeiten:
Mo-So: 6 - 18 Uhr

Büro-Öffnungszeiten
Mo-Fr: 7:30 - 16 Uhr
Sa und So: 10 - 16 Uhr

Tel: +27(0)13245

Nord- und Süd-Ndebele

Die Provinzialverwaltung von Transvaal beauftragte 1971 die lokalen Behörden damit, sich um die Erhaltung der Kultur der lokalen Eingeborenen zu kümmern. So wurde das Ndebele Freilichtmuseum gegründet.

Völkerkundler teilen die Transvaal Ndebele in Nord- und Süd-Ndebele ein. Die Transvaal-Ndebele selber sind ein Teil der größeren Nguni Sprachgruppen, welche wiederum in Zulus, Xhosas, Swasis, Shangaans und Simbabwe Ndebele (Matabeles) unterteilt wird. Das Süd-Ndebele Volk selbst besteht aus den Manala, Ndzundza und Mhwaduba Stämmen. Heute leben die Süd-Ndebele in ihrem eigenen Nationalstaat „KwaNdebele“ (Wohnsitz der Ndebele), ungefähr 120 km nordöstlich von Pretoria, zwischen Groblersdal und Marble Hall. Während der Volkszählung 1980 wurden 166.477 Süd-Ndebele registriert.

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