Paarl Mountain Nature Reserve

Die 3 Granitfelsen auf dem Paarl Mountain
Die 3 Granitfelsen auf dem Paarl Mountain

Nur wenige Städte wie Paarl sind mit unberührter Natur vor der Haustür gesegnet. Die malerische Landschaft der Fynbos-Vegetation mit alten wilden Oliven-, Candleholz- und Wagen-Bäumen wird durch massive abgerundete Granitfelsen dominiert. Es gibt mehrere Aussichtspunkte mit Panoramablick Richtung Tafelberg und dem Meer im Westen sowie der Bowloand-Mountains im Osten. Ein breites Wegenetz und diverse Picknickplätze machen dieses Gebiet zu einem idealen Ort um der Hektik des urbanen Alltags zu entgehen.

Die Jan Phillips Mountain Road ist zwar nicht geteert, aber in einem gutem Zustand. Das gilt auch für die Straße, welche zum Bretangne ​​Rocks mit seinen spektakulären Aussichtspunkten führt. Auf dem Plateau selbst sind die Straßen nicht wirklich intensiv gepflegt. Grund ist vor allem die Verringerung der Attraktivität für den Autoverkehr um das ganze als unberührtes Areal beizubehalten.

Die 3 Granitfelsen

Paarl Mountain ist mit einer Höhe von 654 Metern über dem Meeresspiegel besonders bekannt für die drei riesigen Granitfelsen - benannt nach Paarl, Bretagne und Gordon Rocks. Ihr Alter wird auf 500 Mio. Jahre geschätzt und heute sichtbar der Erosion ausgesetzt. Die alte Kanone, die die Ankunft von Handelsschiffen am Cape ankündigte, ist nur wenige Gehminuten von der Bergstraße entfernt. Der Aufstieg zum Bretagne Rock ist schwieriger, aber eine robustes Kette, die an den Steigungen angebracht ist, hilft Kletterern beim Aufstieg. An einem klaren Tag wird der Besucher mit einem atemberaubenden Blick auf die False Bay und die Table Bay belohnt, mit dem Tafelberg und dem Lions Head in der Ferne.

Vor Jahrhunderten dienten die Felsen als Wahrzeichen für die nomadischen Hottentotten. Anfangs waren sie als Skilpad Mountain (Tortoise Mountain) bekannt. Der Name "Diamant en Paarlberg" (Diamond und Pearl Mountain) entstand kurz nach der Ankunft von Jan van Riebeeck am Kap. Der Verwalter Abraham Gabbema wurde im Jahr 1657 ins Landesinnere geschickt, um Handel mit den Hottentotten zu treiben und gab daraufhin den Felsen ihren Namen. Es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, wann ihre Namen geändert wurden. Bretagne ist sicherlich eine Ableitung von der gleichnamigen französischen Provinz, Gordon Rock wurde nach Colonel Robert Jacob Gordon, dem Kommandanten der britischen Truppen am Kap von 1780 bis 1795 benannt.

Die Aufgabe des Stadtrates ist es nun, die unberührte Natur des Parks beizubehalten. Zur Erhaltung der einheimischen Pflanzen gehört also auch das kontrollierte Abbrennen verschiedener Areale.

Meulwater, Krismis Camp und Oukraal

In den dreißiger Jahren, als Kraftfahrzeuge in dieser Gegend nicht üblich waren und die Menschen in ihrem Urlaub keine großen Entfernungen zurücklegen konnten, war der Berg ein beliebter Campingplatz. Zu den Weihnachtsferien ging eine bestimmte Gruppe Einwohner zu Fuß auf den Berg, Zelte und sonstige Ausrüstungsgegenstände wurden von Arbeitern nach oben getragen. Die Menschen waren sehr naturbewusst, wanderten viel und waren verantwortlich für den Aufbau des einheimischen Meulwater-Gartens.

Eine zweite Gruppe, die Familie Grundlings und Perolds unternahm seinerzeit eine Expedition über die Gabbema-Door-Drift an der Südseite des Berges. Ausrüstung und Verpflegung wurden von Pferdewagen transportiert. Pferde, Milchkühe, Spanferkel und Hühner zum Schlachten sowie ein Faß Bier waren Teil der Wanderung. Jede Familie hatte eine bestimmte Stelle für ihr Zelt. Heute findet man immer noch rostige Nägel an der Stelle, wo damals das Küchenzelt unter großen, wilden Olivenbäumen stand. Reiten, "Jukskei" (Info rechts) und große Lagerfeuer in den Abendstunden waren der wichtigste Zeitvertreib. 1908 wurde das Gebiet auf "Krismis Kamp" (Weihnachts-Camp) getauft und eine große Glocke auf den Felsen gemalt. Dort wurden auch die Namen der Kinder geschrieben, welche in diesem Jahr geboren wurden. Dieses Familienregister, das zunächst als "Graffiti" angesehen wurde, ist im Laufe der Jahre zu einem Teil Kulturgeschichte von Paarl geworden und wird als solche geschützt.

Eine dritte Gruppe, die regelmäßig zu Weihnachten auf den Berg wanderte, waren die "Oukraalers". Sie nahmen ihre Zelte und Ausrüstung auf dem Rücken und wanderten den steilen Weg vorbei am Wasserfall am "Dronknes" nach Oukraal. Im Laufe des Tages spielten sie "Jukskei" (Info rechts). Abends machten sie Musik am Lagerfeuer. Der Wanderer Manas de Villiers war ein Meister auf dem Banjo und spielte spontan komponierte Lieder. Dies war der Ursprung des bekannten "Oukraalliedjie" (Oukraal-Lied). Die Oukraal "Jukskei"-Wagenburg ist auf einen Felsen gemalt. Auf einem anderen flachen Berg befindet sich ein Wasserbecken, welches während der Regenzeit die genauen Umrisse von Afrika bildet.

Tierwelt

Rock-Dassie
Rock-Dassie
Löffelhund
Löffelhund

Die großen Säugetiere, die einst auf den Ebenen rund um Paarl gefunden wurden sind längst verschwunden. Dazu gehörten Eland, Kuhantilopen, Spitzmaulnashörner und Elefanten. Ebenso Löwen und Hyänen. Auf dem Berg selbst wurden noch im 18.Jahrhundert Bergzebras und Spitzmaulnashörner beobachtet. Davon sind heute nur kleine Antilope übrig geblieben. Graue Rehböcke und Klippspringer wurden vor kurzem wieder angesiedelt. Andere Säugetiere in diesem Gebiet sind Dassies, Stachelschweine, Schneehasen und eine Reihe von kleinen Nagetieren und Insektenfressern.

Raubtiere wie der Luchs, Schakale, Löffelhunde und Mungos werden auch beobachtet. Hin und wieder besuchen Leoparden aus den umliegenden Bergen das Reserve.

Ökologisch wichtig sind auch Feldmäuse, die nicht nur dazu beitragen, einige Proteen zu bestäuben, sondern auch die übermäßigen Samen fressen. Fynbos ist für Pflanzenfresser nur in den ersten Jahren schmackhaft, danach wird der Nährwert der Pflanzen verringert. Altes unverbranntes Buschwerk ist eine ungünstige Umwelt für Wirbeltiere. Die Mäuse tragen also dazu bei, das Nachwachsen von Fynbos nach einem Brand zu begrenzen.

Die Fynbos-Vegetation unterstützt eine Reihe von Vogelarten wie den Cape Sugarbird und den Sunbird sowie Greifvögel wie den Black Eagle und den Zwergadler, verschiedene Bussarde und Wanderfalken. Die Dämme im Naturreservat sind in der Regel zu tief, gelegentlich sind aber Afrikanische Schwarz-Enten zu sehen.

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Meulwater Wildflower Reserve

Proteen im Paarl Mountain Naturreservat
Proteen im Paarl Mountain Naturreservat

Direkt unterhalb der beiden massiven Granitfelsen finden Sie ein Wildeblumenreservat, welches 1931 von einer Gruppe Frauen der "Paarl Beautifying Society" gegründet und angelegt wurde. Der Meulwater Bergbach läuft quer durch den Garten, der sich im Laufe der Zeit zu seinem jetzigen Zustand entwickelte. Hier kann sich der Besucher ein Bild von der ungefähren Vielzahl an Pflanzenarten auf Paarl Mountain machen.

Wandern & Mountainbiking

Rastplatz in den Paarl Mountains
Rastplatz in den Paarl Mountains
Mountainbiker am Paarlberg
Mountainbiker am Paarlberg

Das Netz von Straßen und Fußwegen bieten dem Naturfreund hervorragende Möglichkeiten, den Berg zu Fuß zu erkunden. Angler können Forellen in den Dämmen fangen (Genehmigung erforderlich!). Ebenso gibt es verschiedene Picknick-Plätze direkt neben dem Wildblumengarten. Schüler ortsansässiger Schulen haben den "Kiipkers Nature Trail" angelegt. Dafür können sie auch einen Reiseführer bekommen. Der Rundweg beginnt am Taal-Museum und dauert ca. 2 Stunden.

Das Gelände per Mountainbike zu erkunden ist in den letzten Jahren zu immer größerer Beliebtheit geworden. Deshalb sollte man besonders auf den Strecken, auf denen man mit dem Auto unterwegs ist, immer auf vorbeifliegende (wenn es bergab geht) Radfahrer achten!

Die Geschichte des Nature Reserve

Laut einer königlichen Anordnung vom 2. Dezember 1838 wurde Paarl Mountain (2.895ha) in freier Erbpacht an Daniel van Ryneveld vergeben, der als Chief Magistrate des Bezirks Paarl und Umgebung arbeitete. Paarl Mountain sollte zur Allgemeinnutzung für die Bewohner der Stadt und der Umgebung Paarls dienen. Und obwohl die Gemeinde die Allgemeinnutzung im Namen der Einwohner seit 1882 verwaltete, entstand erst 1918 die Idee, den Berg als Naturschutzgebiet zu deklarieren. Doch dies konnte nicht sofort realisiert werden. Es wurden drei Dämme, der Victoria, Bethel- und Nantes-Damm auf dem Berg gebaut.

Im Oktober 1963 wurde Paarl Mountain dann zum National-Monument erklärt. Am 13. Oktober 1970 wurde mit Ausnahme des Standortes des Afrikaans Language Monument die direkte Verwaltung der Gemeinde übertragen. Danach wurde ein Naturschutzgebiet mit einem Umfang von 1.910ha abgegrenzt, überwiegend auf dem Plateau des Berges.

Weitere Infos

Eine Angelerlaubnis erhalten Sie bei Paarl Municipality.
Jan Phillips Mountain Drive
Tel: +27(0)21 872 3658
Fax: +27 (0)21 807 8054

Öffnungszeiten der Tore:
Sommer: 7-19 Uhr
Winter: 7-18 Uhr

Vegatation an den Granitfelsen
Vegatation an den Granitfelsen
Blick auf den Paarl Mountain vor einem Weingut
Blick auf den Paarl Mountain vor einem Weingut
Die Granitfelsen von Paarl aus beobachtet
Die Granitfelsen von Paarl aus beobachtet
Unbefestigte aber gute Rad- und Wanderwege
Unbefestigte aber gute Rad- und Wanderwege
Blick ins Tal von Paarl
Blick ins Tal von Paarl

"Jukskei"...

...ist eine etwa 300 Jahre alte "Bauern"-Sportart, die in der damaligen Kapregion enstand. Ziel ist es, in den Boden gesteckte Holzstückchen aus bestimmter Entfernung umzuwerfen. Spielregeln und weitere Infos dazu finden Sie in einem Artikel bei Wikipedia.



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