Empfohlene Impfungen und Malaria-Prophylaxe in Südafrika

Damit Sie in Ihrem Urlaub keine bösen Überraschungen erleben, ist gerade in einem so vielfältigen Land wie Südafrika mit seinen Savannen, Wüsten und tropischen Wäldern Achtsamkeit für eventuelle Gesundheitsgefahren  erforderlich. Egal ob sie bei einer Tour in Kapstadt unterwegs sind, einen Badeurlaub in Durban verbringen oder eine Safari im Krüger Nationalpark unternehmen – gesundheitliche Gefahren können überall präsent sein.

Aufgrund des persönlichen körperlichen Empfindens und der unterschiedlichen Verträglichkeit von Medikamenten und Impfungen sollten Urlauber stets vor Anreise im Urlaubsland ihren Hausarzt oder einen speziellen Tropenmediziner aufsuchen. Dieser kann anhand von Faktoren wie Art und Dauer des Aufenthalts, besondere Aktivitäten im Urlaubsland oder dem Besuch einer bestimmten Region gezielt beraten. Dies ist am besten 4-8 Wochen vor Abreise empfohlen, da sie bei einigen Impfungen (auch Malaria) erst bei mehrmaliger Anwendung zu vollem Schutz gelangen!

Bevor sie in ihren Urlaub nach Südafrika aufbrechen sollten sie sich auch nach ihren Standardimpfungen erkundigen und diese gegebenenfalls auffrischen. Dazu zählen Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Keuchhusten, Mumps, Röteln und Masern.

Malaria Prophylaxe

Malaria- Prophylaxe kann nicht durch Impfungen getroffen werden, sondern in Form von Tabletten. Vorsorge mit Lariam (Mefloquin), Malarone (Atovaquon / Proguanil) oder Doxycyclin ist für Reisen in den Provinzen Mpumalanga (einschließlich des Kruger National Parks), Limpopo, Northern Province und im Nordosten von KwaZulu-Natal empfohlen. Im Western Cape (Kapstadt) sowie der Garden Route (Knysna, Plettenberg Bay, George, Durban bis Johannesburg) ist eine Malaria-Prophylaxe nicht nötig.

Malaria-Gefahr in Südafrika:

Ein hohes Risiko besteht von Oktober bis Mai im Osten der Provinz Mpumalanga inkl. dem Krüger Nationalpark und den benachbarten Parks, im Norden und Nordosten der Limpopo-Provinz und im Nordosten von KwaZulu-Natal inkl. dem Tembe- und Ndumu-Wildreservat. Ein Risiko besteht in den oben beschriebenen Gegenden von Juni bis September. Ein ganzjährig minimales Risiko besteht im Nord-Osten bis zum Tugela River, im Nordwesten bis Swartwater, im Umfolozi- und Hluhluwe-Park.

Eine interaktive Karte der verschiedenen Malaria-Gebiete sowie
deren Gefährdungsstufen finden Sie auf der Webseite des
"Centers for Disease Control and Prevention" (Englisch).

(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.)

Malaria-Gefahr in Swaziland:

Ein hohes Risiko besteht in den östlichen Tiefebenen im Grenzgebiet zu Mosambik und Südafrika von September bis Juni. Ein Risiko besteht in den oben beschriebenen Gegenden von Juli bis August in der Trockenzeit.

(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.)

Übertragung und Symptome der Malaria

Die Übertragung erfolgt durch blutsaugende nachtaktive Anopheles-Mücken. Für über 80% der Malariafälle in Südafrika  ist die gefährliche "Malaria tropica" verantwortlich, die unbehandelt bei nicht-immunen Personen häufig tödlich verläuft. Da die Erkrankung auch noch Wochen, Monate bis hin zu Jahren nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet ausbrechen kann, sollten sie bei einem Fieber in dieser Zeit unbedingt ihren behandelnden Arzt aufsuchen!

Malaria-Symptome treten 7-9 Tage nach dem Stich eines infizierten Moskitos auf und können sein: Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Müdigkeit. In diesem Fall sollten sie sofort einen Arzt aufsuchen!

Zusätzlicher Schutz gegen Moskitos

  • Einen Schutz vor Moskito-Stichen kann lange, helle und körperbedeckende Kleidung bieten.
  • Den Tag über sowie besonders in den Abendstunden und nachts sollte sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen auftragen.
  • Ferienhäuser, Gästehäuser und Hotels in Südafrika sollten in entsprechenden Gebieten in den Zimmer immer über Moskitonetze verfügen.
  • Zusätzlicher Schutz ist in vielen Fällen eine Klimaanlage, da Moskitos kälteempfindlich sind.
  • Weitere Hilfe sind beispielsweise spezielle Räucherstäbchen, Duftkerzen und Mittel zum Einreiben. Lassen Sie sich dazu  auch in südafrikanischen Apotheken beraten, es gibt einfache, aber nützliche Schutzmaßnahmen.

Mögliche Medikamente für eine Malaria-Prophylaxe:

Die Auswahl und Einnahme eines Medikaments sollte aufgrund des persönlichen Befindens sowie der Verträglichkeit hinsichtlich von Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten mit ihrem Hausarzt, einem Tropen- oder Reisemediziner besprochen werden!

Atovaquon / Proguanil (Malarone)
  • wird erst 1-2 Tage vor Reise in ein Malariagebiet eingenommen, danach noch 7 Tage
  • Sehr gut verträglich / selten Nebenwirkungen
  • nicht geeignet für Schwangere oder stillende Mütter deren Kind weniger als 5 kg wiegt
  • nicht für Personen die nicht täglich Medikamente einnehmen wollen/können
  • nicht für Menschen mit schweren Nierenfunktionsstörungen geeignet
  • Tendenziell teurer als andere Medikamente
Chloroquine
  • für Personen die nur wöchentlich Medikamente einnehmen wollen
  • Kann in alle Schwangerschaftdritteln verwendet werden
  • bei schon erfolgender Einnahme von Chloroquine ( z.B.bei rheumatischen Beschwerden) brauch kein zusätzlichen Medikament eingenommen werden
  • wirkungslos in Gebieten mit Chloroquin- oder Mefloquin-Resistenz
  • Medikament muss schon 1-2 Wochen vor Reiseantritt eingenommen werden
  • Medikament muss noch 4 Wochen nach der Reise eingenommen werden
Doxycyclin
  • wird erst 1-2 Tage vor Reise in ein Malariagebiet eingenommen
  • günstiges Malaria-Mittel
  • bei schon erfolgender Einnahme von Doxycyclin ( z.B.der Prävention von Akne) brauch kein zusätzlichen Medikament eingenommen werden
  • kann auch für einige zusätzliche Infektionen vorbeugend sein.
  • nicht geeignet für Schwangere und Kinder unter 8 Jahren
  • nicht für Personen die nicht täglich Medikamente einnehmen wollen/können
  • Medikament muss noch 4 Wochen nach der Reise eingenommen werden
  • nicht geeigent für Frauen, die bei Einnahme von Antibiotika anfällig für vaginaler Pilzinfektionen sind
  • Risiko erhöhter Sonnenempfindlichkeit
  • Potenzial erhöhter Magenverstimmungen
Mefloquin (Lariam)
  • für Personen die nur wöchentlich Medikamente einnehmen wollen
  • kann im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel eingenommen werden, unter Umständen auch im ersten Drittel
  • wirkungslos in Gebieten mit Mefloquin-Resistenz
  • nicht für Personen mit bestimmten psychiatrischen Erkrankungen
  • nicht für Personen mit Anfallsleiden
  • nicht für Personen mit Herz-Rhytmusstörungen
  • Medikament muss schon 1-2 Wochen vor Reiseantritt eingenommen werden
  • Medikament muss noch 4 Wochen nach der Reise eingenommen werden

Auszug aus: "Choosing a Drug to Prevent Malaria", Centers for Disease Control and Prevention

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Als Reiseimpfungen werden empfohlen:

Hepatitis A (bei längerem Aufenthalt auch Hepatitis B) für alle Reisenden über 1  Jahr. Es sollte mindestens zwei Wochen (besser vier oder mehr Wochen) vor der Abreise verabreicht werden. Eine 2. Impfung sollte 6-12 Monate später gegeben werden um langfristige Immunität zu erreichen.

Typhus wird allen Personen empfohlen, die im südlichen Afrika vor allem in Dörfern oder ländlichen Gebieten reisen und arbeiten, wo die Möglichkeit einer Ansteckung durch Nahrung oder Wasser gegeben ist.

Eine Tollwut-Impfung ist Reisenden zu empfehlen, die viel Zeit im Freien verbringen wie z.B. bei  Aktivitäten wie Radfahren, Camping und Wandern oder Kontakt zu Tieren haben.  Ein erhöhtes Risiko geht dabei von Fledermäusen aus. Insbesondere Kinder sollten nach Kontakt mit Tieren beim spielen oder streicheln zu eventuellen Kratzern oder kleinen Bissen befragt werden. Ein Arzt zur Wundreinigung sollte aufgesucht werden.

Zusätzlich...

Obwohl Gelbfieber keine Gefahr in Südafrika darstellt, wird von Reisenden aus Ländern mit Gelbfieber-Risiko der Nachweis einer Gelbfieberimpfung verlangt. Reisende aus Südamerika, einigen Nachbarländern Südafrikas oder aus einem anderen Gelbfiebergebiet innerhalb Afrikas müssen einen internationalen Impfausweis mit entsprechender Impfbescheinigung vorlegen. Die Impfung sollte nicht länger als 10 Jahre her sein. Dies gilt für alle Reisenden ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen.

Bilharziose-Gefahr besteht beim Baden in Süßwassergewässern wie Flüssen, Seen und Bächen der Nord-Provinz, in Mpumalanga sowie in KwaZulu-Natal und in der östlichen Kap-Provinz der  küstennahen Flussniederungen bei Port Elizabeth. Baden im offenen Süßwasser, besonders in den erwähnten Gebieten sollte grundsätzlich unterlassen werden.

Hinweis:

Die Inhalte auf dieser Seite sind KEINE vollständig medizinische Abhandlung für Reisende nach Südafrika und bieten daher nur einen Überblick. Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apother, Reise- oder Tropenmediziner für spezifische Informationen hinsichtlich ihrer Vorerkrankungen, Verträglichkeiten von Medikamenten oder Empfehlungen für Schwangere und Kleinkinder. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden!

Versicherung

Die medizinische Versorgung in Südafrika ist ausgezeichnet. Beachten Sie dass Sie eventuelle medizinische Behandlungen im Vorfeld bezahlen müssen. Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ist ratsam, informieren Sie sich deshalb rechtzeitig vor Reiseantritt ob Ihre Krankenversicherung einen Auslandsaufenthalt versichert bzw. welche Optionen zur Auslandsversicherung sinnvoll sind. Es gibt eine große Anzahl an Krankenversicherungen, die entsprechende Urlaubs-Pakete anbieten. Ein Vergleich lohnt sich. Oft werden günstige Versicherungspakete bis zu drei Monaten angeboten - bei manchen Auslandsversicherungen sogar bis zu einem Jahr.

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