Sicherheit & Kriminalität
In Südafrika gibt es große soziale Unterschiede. Viele Menschen, besonders die Schwarzen sind oft arm und arbeitslos. Aus diesem Grund muss Südafrika mit einer hohen Kriminalitätsrate kämpfen. Unter dem Apartheidsregime gab es eine brutale Polizei, die das Problem großen Teils mit nicht zu rechtfertigenden Methoden "im Griff" hatte. Nach dem Übergang der Macht zu den Schwarzen wurde im Polizeiapparat ein Vakuum hinterlassen, das leider bis heute nicht gestopft werden konnte. Wie in jeder großen Stadt auf der Welt hat auch die Polizei in Südafrika damit Ihre Schwierigkeiten, da Ihre Ausrüstung sehr schlecht ist und Sie unterbesetzt sind. Nebenbei werden die Polizisten in Südafrika sehr schlecht bezahlt. Leider ist auch der Reisende davon betroffen. Doch mit gut 130.000 Beamten bemüht sich der SA-Police Service durch sichtbare Präsenz der Beamten in den großen Touristenzentren Kriminalität vorzubeugen.
Besondere Vorsicht sollte in Großstädten gelten. Meiden Sie in der Dunkelheit die Innenstadtbereiche von Johannesburg, Durban und Pretoria - nehmen Sie lieber ein Taxi (nur von bekanten Unternehmen). Auch die Strecke zwischen der Waterfront und der Innenstadt in Kapstadt sollten nach Einbruch der Dunkelheit und an Wochenenden gemieden werden Schon tagsüber ist Vorsicht geboten. Stadtbesichtigungen vor allem in Johannesburg am besten nur in organisierter Form. Lassen Sie das Gepäck niemals unbeaufsichtigt vor dem Hotel oder in der Empfangshalle stehen. Wertsachen und Geld sollten Sie im Safe des Hotels aufbewahren. Gehen Sie nicht ohne ortskundige Begleitung in die Townships, sondern nur im Rahmen einer geführten Tour. Abgeraten wird vom Benutzen der Vorortzüge in Johannesburg, Pretoria, Durban und zum Teil in Kapstadt. In Kapstadt ist die 1. Klasse zur Hauptverkehrszeit relativ sicher.
Bei einer Fahrt mit Ihrem Mietwagen durch eine Stadt sollten Sie Fenster und Türen verschlossen halten. Stellen Sie außerdem im Wagen keine Wertsachen zur Schau, sondern legen Sie diese Sachen in den Kofferraum. Fahrten in zentrale ländliche Teile der Provinz KwaZulu-Natal und durch die Transkei in der Provinz Ostkap sollten weiterhin vermieden werden. Der südafrikanische Automobilclub AA rät, Überlandfahrten nur tagsüber zu unternehmen und Etappenziele vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen.
STREETWISE vs. STREETWAHN
Jeder Südafrikaner wird Ihnen raten, sich streetwise zu verhalten, um Kriminellen nicht zum Opfer zu fallen. ›Streetwise‹ bedeutet ›Straßen-clever‹. Heißt: aufmerksames und umsichtiges Verhalten, sobald man sich außerhalb der eigenen vier Wände bewegt. Ein bisschen Aufmerksamkeit reicht aus, um Gefahren auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Hier ein paar grundsätzliche Tipps:
- Man sollte sich ausschließlich in sicheren Gegenden bewegen und im Zweifelsfall Einheimische, Hotelbesitzer und Gastgeber fragen, welche Stadtteile (bzw. Vororte) man aussparen sollte. Manche Stadtteile sind zum Spazieren gehen & Sightseeing tagsüber okay, sollten aber abends gemieden werden.
- Wertgegenstände gehören in den Hotelsafe. Handys, Geldbörsen und alles andere, was man bei sich trägt, sollte man in einer Tasche verstauen. Egal ob im Zimmer, im Auto oder unterwegs – nichts von Wert sollte sichtbar sein. Beim Parken sollte man ALLES in den Kofferraum räumen – auch Pullis und Supermarkttüten, wenn man eine eingeschlagene Scheibe verhindern will.
- Wer ist um mich herum? Jederzeit ein Auge darauf behalten. Vor sich hinträumen macht man lieber, wenn man wieder zu Hause ist. Wenn man ein komisches Gefühl hat, sollte man lieber auf Nummer sicher gehen und die Straßenseite wechseln oder umkehren.
- Als Touri benutzt man am besten keine öffentlichen Verkehrsmittel wie Zug und Bus – Minitaxen sind okay, aber nur unter der Woche und tagsüber, wenn es hell ist.
- Sollte man tatsächlich überfallen werden, gilt: Ruhe bewahren und ALLES WIDERSTANDSLOS ABGEBEN! – egal was und wie viel es ist. Wegen eines Fotoapparats sein Leben aufs Spiel zu setzen, ist völlig irrsinnig!
Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die meisten Gangster unberechenbar und bar jeden gesunden Menschenverstandes sind. Deswegen bringt man sich am Besten von vornherein gar nicht erst in solche Situationen.
Oftmals, wenn man dann in Südafrika vor Ort ist und feststellt, dass das Land nicht den Horrorbildern entspricht, die man aus den Medien kennt, schlägt die Angst in Selbstüberschätzung um, und man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es ein Kriminalitätsproblem gibt, wird unachtsam, zieht abends mit der Digicam um den Hals alleine um die Straßen usw.
Man sollte jederzeit achtsam bleiben. Wenn man sich an die einfachen oben genannten Vorsichtsmaßnahmen hält, ist man auf der sicheren Seite.
Im Ernstfall
Notruf generell
Allgemeiner Notruf: 107
Notruf Mobil: 112
(hier wird man direkt zur entsprechenden Stelle weitergeleitet)
Mit südafrikanischer SIM-Karte
oder vom Festnetz/Münztelefon:
Polizei: 10111
Krankenwagen: 10177
Feuerwehr: 10111
Notruf in Kapstadt
Feuerwehr: 021/535 1100
Krankenhaus: 021/480 6111
Apotheke (24h): 021/948 5706
Notruf in Johannesburg
Feuerwehr: 011/331 2222
Krankenhaus: 011/488 4911
Pannenhilfe:
Landesweit, kostenlos, 24h: 0800/010101
Buchtipp Südafrika
Achtung! Wer Geld in großen Mengen abhebt und gemächlich vor den Augen aller zählt, will es offensichtlich loswerden. Also – absolutes No-Go! Wenn einem während des Abhebens Hilfe angeboten wird, sollte man auf die heißen Tipps unbedingt und ausnahmslos verzichten. Was allerdings auch nicht anzuraten ist, ist total verängstigt und ständig hinter sich schauend am Geldautomaten zu stehen, und jedes Mal zusammenzuzucken, wenn sich jemand an die Schlange stellt. Größere – und selbstverständlich auch kleinere – Summen sollte man schnell und unauffällig abheben und am besten bei der nächsten Gelegenheit im Hotel-Safe verstauen.




